Die Redenstrafferin

Schlechte Präsentationen brauchen kein PowerPoint

Ja, ich weiß: PowerPoint ist kein Garant für eine gute Präsentation.

Und ich weiß auch: Schlechte Präsentationen kommen auch ohne PowerPoint aus.

Vor Jahren – es war kurz vor der Jahrtausendwende – war ich “Zeuge” eines Start-up-Unternehmens. Gut, zu der Zeit hieß das, glaube ich, noch gar nicht so. Wie auch immer: Eine Marketingberaterin war für viel Geld eingekauft worden, um der jungen Firma Starthilfe zu geben.

Nach mehreren Vorgesprächen wurde ein Termin ausgemacht, damit die Dame ihre Strategien erläutern konnte.

Sie sagte den Termin ganz kurzfristig ab. Grund: Ihr Farbdrucker streikte. Sie konnte die Folien für den Overheadprojektor nicht ausdrucken.

Nochmal: Ihr Farbdrucker streikte. Sie konnte die Folien für den Overheadprojektor nicht ausdrucken.

Der Termin wurde verschoben, was keine Begeisterung auslöste, da der erste Termin schon schwer genug zu finden war.

Als die Beraterin dann ihre Präsentation hielt, konnte ich als Zaungast nur irritiert mit dem Kopf schütteln: Die meisten Folien bestanden aus einem blauem Hintergrund (der arme Farbdrucker) und unwichtigen Informationen wie Begrüßung (hä?), Überschriften (aha), Danksagung für die Aufmerksamkeit (wuuhaaa!), Adresse (schon mal was von Visitenkarten gehört, die eh bereits alle hatten?). Der Rest war auch nicht viel informativer.

Schade ums Geld. Sehr schade um die Zeit. Wer keine Inhalte hat, rettet diese weder mit Folien noch mit PowerPoint-Charts. Es bleibt eine Luftnummer.

Vielleicht war das bereits einer der Auslöser, meine Mission gegen den Missbrauch von Lebenszeit zu starten.

Und tatsächlich machte ich mich nicht einmal zwei Jahre später selbstständig. Ohne Marketingberater. Ich glaube, das war auch gut so. Schon für die Farbdrucker dieser Welt…

Mach was draus!

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