Die Redenstrafferin

Plan B: Lernkurven sind steil

Die neue Spülmaschine piept dreimal, wenn sie fertig ist. Und jedes Mal zucke ich erschrocken zusammen, weil ich ein Alarmsignal vermute. Ist irgendwas kaputt, die Tiefkühlschranktür offen, der Schlauch der Waschmaschine geplatzt? Halt ein, ratterndes Herz, nur die Spülmaschine ist fertig. Aber das Signal klingt jedes Mal alarmierend genug, dass sofort ein kleiner Katastrophenfilm vor meinem inneren Auge abläuft.

Es ist nur ein simples Geräusch und beweist doch so gut, dass wir Menschen auf unsere Umwelt derart geeicht sind, dass unsere Reaktionen ganz automatisch abgespult werden. Unsere Erfahrungen und Lernkurven prägen uns. Dem zu entkommen, ist ein neuer Lernprozess, der seine Zeit braucht. Irgendwann endet das Erschrecken, aber bis dahin werden noch ein paar seelische Knautschmomente beweisen, dass unsere Reflexe vor unserem Verstand einsortiert sind.

Wie überall im Leben. Reflexartig reagieren wir etwa auf blöde Bemerkungen, unangenehme Fragen oder sonstige verbale Angriffe, um uns anschließend darüber zu ärgern, dass wir nicht anders reagiert haben. Tja, das sage ich den Teilnehmern meiner Schlagfertigkeitsseminare auch immer: Es braucht Zeit und konsequentes Bewusstmachen, bis sich neue Synapsen bilden und neue Denkautobahnen im Kopf gebaut sind – sprich: Andere Reaktionen möglich sind und irgendwann zu einer neuen Routine werden. Dranbleiben ist die Devise. Vorausgesetzt, dass man eine Verhaltensveränderung überhaupt will – sonst macht auch der flexibelste Kopf dicht…

Mach was draus!

P.S.: Hier, Entwickler und Co., könnte der „Ich-bin-fertig“-Sound nicht ein klangvolles Ding-Dong-Ding sein? Dann könnten sich meine Reflexe direkt und ohne lästige Lernkurve entspannt zurücklehnen…

P.P.S: Ich mein´ ja nur… 😉