Die Redenstrafferin

Der nächste Schritt … oder doch nicht?

Acht Bücher sind nun von mir auf dem Markt – fünf in „richtigen“ Verlagen, drei (genau genommen vier) habe ich als Selfpublisher rausgebracht. Die Bandbreite geht von Sachbüchern aus meiner Arbeit als Rhetoriktrainerin – eins davon sogar als Hörbuch – über sehr Persönliches, einem Eifelbildband bis hin zu fluffiger Urlaubslektüre und – Sachen gibt´s – Science fiction. Vom renommierten GABAL-Verlag über Eigenveröffentlichungen, liebevoll geführtem Einfrauverlag bis hin zu einem Pleitegeierverlag, der die Grätsche gemacht hat, habe ich schon so einiges erlebt.

Acht Bücher – das heißt erstmal nicht viel. Keines davon wurde (bislang) zu einem Bestseller – wie immer sich das definieren lässt. Ja, ich weiß, da darf ich mir getrost an die eigene Nase packen, denn zum Erfolg eines Buches gehört, dass der Autor selbst entscheidend dazu beiträgt. Das Schreiben macht mir sehr viel Spaß, dieser ganze Marketingbohei ist mir eher – äh – lästig. Mea culpa.

Während ich also eigentlich kräftig die Werbetrommel rühren sollte, ist der Großteil meines Kopfes schon mit den nächsten Ideen und Schreibplänen beschäftigt. Ja, ich habe eine eigene Autorenwebsite (www.KatjaKerschgens.de), so manche Lesungen gehalten, durfte sogar dreimal – einmal in Leipzig, zweimal in Frankfurt – auf der Buchmesse auftreten. Auf amazon überwiegen die positiven Rezensionen, davon viele mit fünf Sternen, von denen keine eine Gefälligkeit war, wie mir schon angedichtet wurde.

Was will der Autor denn jetzt damit sagen? Gute Frage. Wer genau hinsieht, entdeckt möglicherweise eine gewisse Frustbasis, auf dem die Zeilen hier fußen. Da schreibt jemand quer durch vielfältige Themenwelten, hält begeistert Lesungen, hat durchaus überzeugte Leser, keine Angst vor öffentlichen Auftritten – und dennoch bleibt so ein gewisser Nachgeschmack: Wieso passiert da nicht mehr? Wo bleibt der Durchbruch? Wann schlägt all die hineingesteckte Energie in – auch finanziellen – Erfolg um?

Dabei war das schon ein Kindheitstraum von mir: Bücherschreiben. Das hat bisher ganz gut geklappt, das mit dem Schreiben, nur hatte ich damals vergessen, dem Universum klar zu machen, dass ich auch davon leben kann. Um mit Buchveröffentlichungen spürbar Geld zu verdienen, müssen die Verkaufszahlen ganz anders aussehen. Und vom Schreiben leben können nur die allerwenigsten.

Jetzt kommen wir zum eigentlichen Kern dieses Ergusses: Meine gesundheitliche Lage wäre die ideale Voraussetzung für ein Leben als Nurschriftstellerin. Das ist absichtlich positiv formuliert, denn zum einen liegt mir Jammern fern (siehe „Einfach kann ja jeder“), zweitens bringen mich offenbar die äußeren Umstände endlich dahin, wo ich mich schon in Jugendjahren hingeträumt hatte. Frei nach dem Motto: Ich habe eh keine allzu große Wahl. Oder soll ich besser sagen: kaum noch Ausreden?

Wie aber mache ich der Welt klar, dass es jetzt mit dem Schreiben ernst werden könnte? Dass ab nun mehr als nur ein Taschengeld dabei rauskommen sollte? Dass all diese Fingerübungen das Vorgeplänkel für – ja, für was eigentlich war? Oh, Selbstzweifel, wir müssen reden! Liebes Marketingfaultier: aufstehen! Dann klappt es auch mit der nächsten Karriere.

Hoffentlich.