Die Redenstrafferin

ZwillenZank: “Aber rhetorische Mittel sind doch Manipulation!”

Wer rhetorische Mittel gezielt einsetzt, manipuliert sein Publikum. So die allgemeine Meinung. Und daher auch oft das Misstrauen gegenüber entsprechenden Büchern oder Weiterbildungen. Frei nach dem Motto: “Wozu brauche ich Rhetorik? Ich will doch nur eine Rede halten!”

Der Kern dieser Aussage lautet: Redner tragen Verantwortung. Es gibt große Redner, denen das Publikum an den Lippen hängt. Sie sind lebendig, glaubhaft, nachvollziehbar. Und sie verwenden rhetorische Methoden. Ja – und?

Gute Redner gehen eine Beziehung mit ihrem Publikum ein. Diese Beziehung heißt: Vertrauen.

Richtig ist: In der Weltgeschichte haben viele Menschen genau dieses Vertrauen für ihre zweifelhaften Ziele missbraucht. Goebbels war einer der besten Redner des letzten Jahrhunderts. Er hatte ein zerstörerisches Thema. Ghandi war einer der besten Redner des letzten Jahrhunderts. Er hatte ein sinngebendes Thema. Die rhetorischen Methoden, die beide verwendet haben, waren die gleichen. Allein ihre Absichten unterschieden sich. Beide haben viele Menschen bewegt, denn diese Menschen haben ihnen vertraut.

Wer Reden hält, hat eine Verantwortung. Denn wer die Menschen mit guten Reden erreicht, führt diese Menschen. Wohin er diese Menschen (ver-)führt, liegt in der Absicht des Redners. Die rhetorischen Methoden selbst sind unschuldig.

Wohin führst du deine Zuhörer…?

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