Die Redenstrafferin

ZwillenZank: „Aber meine Zahlen wirken doch von alleine!“

Der Arzt setzt ein wichtiges Gesicht auf und schaut in die vollbesetzten Zuschauerreihen vor ihm. „Wir haben mit unserer Heilmethode mehr Erfolg als andere. Wir haben jedes Jahr 35 Patienten, die als geheilt gelten.“ Der Arzt macht eine Pause – das Publikum rührt sich nicht. Die Wirkung seiner Aussage – sie ist gleich null.

Kein Wunder. Ein Redner mag von seinen Zahlen begeistert sein – aber das Publikum muss erst wissen, warum es ebenfalls begeistert sein soll. Dafür gibt es einen einfachen Trick: Die Zahl, die Wirkung erzeugen soll, in einen ebenso wirkungsvollen Vergleich setzen!

„Wir haben mit unserer Heilmethode mehr Erfolg als andere. Im Durchschnitt kann man mit einer Erfolgsquote von etwa 20 Prozent rechnen. Das wären bei uns 10 Patienten pro Jahr, die als geheilt gelten. Wir haben seit fünf Jahren dank der neuen Heilmethode mindestens“ – Pause – „35 Patienten, die als geheilt gelten.“ Der Applaus im Saal brandet auf.

Zwei Dinge sind bei Vergleichszahlen wichtig:

  1. Zuerst die Vergleichszahl nennen und danach die eigene Zahl.
  2. Vor der eigenen Zahl eine Pause machen – das verstärkt die Wirkung nochmals!

Um auf Vergleichszahlen zu kommen, eignen sich diese Standards:

  • „Üblich sind…“
  • „Im Durchschnitt aller…“
  • „Wir haben xy erwartet, doch tatsächlich sind es…“

Du kannst deine Zahl größer oder kleiner wirken lassen, das ist ganz von der Wahl der Vergleichszahl abhängig!

So könnte der Arzt aus dem obigen Beispiel an anderer Stelle sagen: „Wir haben im letzten Jahr erwartet, dass 20 unserer Patienten die Behandlung vorzeitig abbrechen würden. Doch tatsächlich waren es nur“ – Pause – „fünf. Die Erfolge der anderen Patienten haben sie weitermachen lassen!“

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