Die Redenstrafferin

ZwillenZank: „Aber ich muss doch sagen, worüber ich gleich rede!“

Bei Reden hat sich die Vorgehensweise eingebürgert, dass der Redner zu Beginn verrät, worüber er gleich sprechen wird. Besonders beliebt sind dann Inhaltsübersichten per PowerPoint. Stehen da mehr als fünf Punkte, ist dem Redner das erste entnervte Augenrollen seiner Zuhörer gewiss. Mit Spannungsaufbau hat das alles leider gar nichts zu tun.

Das ist nämlich so, als stünde in der Fernsehzeitschrift zum abendlichen Krimi in der Beschreibung des Films: „Der Kommissar zieht sich im Laufe der Geschichte eine Fischvergiftung zu, und der Mörder ist der Fahrer des Ermordeten.“

Würdest du den Krimi noch ansehen wollen? Doch den gleichen Fehler machen viele Redner bei ihren Vorträgen: Sie verraten den Mörder gleich zu Beginn.

Mit dem Krimitrick passiert genau das Gegenteil: Der Redner erzeugt Spannung bei seinen Zuhörern!

Und das klingt dann zum Beispiel so: „Ein kleines Mädchen zeigte ihren Eltern einst ihr selbst gebautes Legostein-Haus. „Hier werde ich wohnen, mitten auf dem Land, auf grüne Hügel schauen und Bücher schreiben!“ Die Eltern lachten, aber das kleine Mädchen wusste: Genauso wird es sein. Heute ist das kleine Mädchen groß, lebt auf dem Land, schaut auf grüne Hügel vor dem Fenster und schreibt Bücher. Das kleine Mädchen – das war ich!“

Der Krimitrick funktioniert ganz einfach:

Du ersetzt das, worüber du reden möchtest, mit „diese Idee“, „dieses Projekt“, „dieser Mann“, „diese Stadt“ – und erst am Ende verrätst du: „Diese Idee ist…“, “Dieser Mann ist…“. Das erhöht die Spannung enorm!

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